Der Beitrag basiert auf einen Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 10. Mai 2024 -> hier geht es zur Online-Version
Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben Grundschulkinder in Deutschland einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Dies bedeutet, dass alle Kinder, die eine Grundschule besuchen, einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz nach der Schule haben. In München, wo bereits jetzt mehr als 80 Prozent der Kinder ganztägig betreut werden, zeichnet sich jedoch ein Problem ab: Es gibt zu wenig Plätze und zu wenig Personal.
Die Situation in München
In München gibt es derzeit 142 öffentliche Grundschulen mit insgesamt rund 43.000 Schülerinnen und Schülern. Davon werden bereits 38.620 Kinder ganztägig betreut. Die meisten Kinder (10.850) werden in Horten betreut, gefolgt von Mittagsbetreuungen (10.420 Kindern), gebundenen und offenen Ganztagsklassen (8.750 Kindern) und Tagesheimen (2.000 Kindern).
Die Stadt plant, in den nächsten zwei Jahren 3800 zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen, um den Rechtsanspruch zu erfüllen. Dies entspricht einem Anstieg der Betreuungsquote von 83 Prozent auf 90 Prozent.
Herausforderungen
Die Schaffung von 3800 zusätzlichen Betreuungsplätzen in zwei Jahren ist eine große Herausforderung für die Stadt München. Es müssen nicht nur neue Räume gefunden und ausgestattet werden, sondern auch genügend qualifiziertes Personal eingestellt werden.
Personalmangel
Schon jetzt mangelt es in den Kitas, Kindergärten und Horten an Personal. Die Stadt geht davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren 300 zusätzliche Pädagogen eingestellt werden müssen.
Ungleichheiten befürchtet
Experten befürchten, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien bei der Platzvergabe benachteiligt werden könnten. „Doppelverdiener-Eltern und Hochgebildete tun sich leichter“, so Professorin Susanne Kuger von der Ludwig-Maximilians-Universität. Eltern mit Migrationshintergrund oder niedrigerer Bildung hingegen hätten oft Schwierigkeiten, einen Betreuungsplatz zu bekommen.
Flexibilität und Vielfalt notwendig
Um den Rechtsanspruch zu erfüllen, braucht es verschiedene Formen der Betreuung. In München gibt es neben Horten und Mittagsbetreuungen auch gebundene und offene Ganztagsklassen, Tagesheime und den Kooperativen Ganztag (Koga). Die Stadt betont, dass die Vielfalt der Angebote erhalten bleiben soll.
Chancen und Perspektiven
Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist eine große Herausforderung für München. Gleichzeitig ist es aber auch eine Chance, die Bildungschancen von Kindern zu verbessern und Familien zu entlasten. Die Stadt muss nun schnell handeln, um genügend Plätze und Personal zu schaffen und sicherzustellen, dass alle Kinder ein qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot erhalten.
Mögliche Lösungen
Um die Herausforderungen zu bewältigen, muss die Stadt München verschiedene Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören:
- Ausbau der Betreuungsplätze: Die Stadt muss neue Horten, Kindergärten und andere Betreuungseinrichtungen bauen oder bestehende Einrichtungen erweitern.
- Einstellung von Personal: Die Stadt muss mehr Erzieher, Pädagogen und anderes Personal einstellen.
- Verbesserung der Arbeitsbedingungen: Die Stadt muss die Arbeitsbedingungen für Erzieher und Pädagogen verbessern, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.
- Förderung von Flexibilität: Die Stadt muss flexible Betreuungsangebote fördern, die den Bedürfnissen der Familien entsprechen.
- Zusammenarbeit mit freien Trägern: Die Stadt muss eng mit freien Trägern wie LÜDERIX e. V. zusammenarbeiten, um die Betreuungsplätze zu erweitern.
Fazit
Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist ein großes Ziel, das die Stadt München nur mit vereinten Kräften erreichen kann. Es bedarf einer gemeinsamen Anstrengung von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, um allen Kindern ein gutes Ganztagsangebot zu ermöglichen. LÜDERIX versucht mit seiner Arbeit einen guten Beitrag dazu zu leisten, dennoch müssen alle zum Gelingen beitragen.
